Henry Schneider gründete 1993 die Stelzenfestspiele bei Reuth, bei denen er seither die lokale Gemeinschaft aktiv in die Gestaltung professioneller und authentischer Kulturformate einbindet. Wir haben ihn in der Festspielscheune begleiten dürfen.
Was für eine Facette von Kunst und Kultur liegt dir besonders am Herzen?
Musik und Kunst liegen mir in all ihren Erscheinungsformen besonders am Herzen. Ob klassische Musik, bildende Kunst, Literatur oder experimentelle Formate – jede Form hat ihren eigenen Wert und ihre eigene Kraft, Menschen zu berühren und miteinander zu verbinden. Besonders wichtig ist mir dabei auch die Möglichkeit zur aktiven Teilhabe für alle – Kunst sollte nicht nur konsumiert, sondern auch mitgestaltet werden können.
Wie trägst du mit deinem Verein zum kulturellen Leben vor Ort bei? Erzähle uns von eurer Arbeit und Tätigkeit.
Ich bin seit 32 Jahren der Organisator der Stelzenfestspiele bei Reuth. Das Besondere daran ist die Beteiligung der lokalen Gemeinschaft: Die Menschen aus Stelzen und der Umgebung sind nicht nur Zuschauer, sondern aktiv in die Gestaltung eingebunden. Ob hinter oder vor den Kulissen – sie alle bringen ihre Fähigkeiten und ihre Begeisterung ein. Dadurch entsteht ein kulturelles Miteinander, das nicht nur professionell, sondern auch menschlich und authentisch ist.

Falls ihr beim Themenjahr „WasserKunst“ dabei seid: Warum und mit welcher Kunst- und Kulturaktion seid ihr dabei?
Ja, wir beteiligen uns am Themenjahr mit einem Kammerkonzert. Wir spielen eine Komposition von mir, gemeinsam mit der Chursächsischen Philharmonie am 28. Juni beim Kultur- und Heimatverein Mittelmühle.
Wie stellst du dir eine miteinander vernetzte Kultur in Saale-Orla vor, in der man gemeinsam gestaltet?
Aktuell muss ich mir erst einmal ein genaues Bild davon machen, was es bereits an Initiativen, Institutionen und kreativen Akteuren in der Region gibt. Doch ich sehe großes Potenzial in einem stärkeren Austausch – sei es durch gemeinsame Projekte, regelmäßige Treffen oder Plattformen zur Vorstellung und Bündelung von Ideen. Kultur lebt vom Dialog – auch über Gemeindegrenzen hinweg. Wenn es gelingt, Brücken zu bauen und Synergien zu schaffen, kann daraus ein starkes, lebendiges und nachhaltiges Kulturnetzwerk entstehen.
