Als Bibliotheksleiterin sieht Maria Foh Kultur vor allem als verbindende Kraft: als etwas, das Menschen bewegt, zum Nachdenken anregt und miteinander ins Gespräch bringt. Bei unserem Fototermin erzählte uns Maria Foh, dass die Bibliothek nicht nur als Ort für Medien dient, sondern als lebendiger Treffpunkt und kultureller Raum für vielfältige Veranstaltungen und neue Ideen.
Was für eine Facette von Kunst und Kultur liegt dir besonders am Herzen?
Mich begeistert Kultur, die Menschen in irgendeiner Weise berührt, die sie trifft und bewegt, mal sachte anstupst und mal brachial zum Nach-, Um- und Weiterdenken anregt – genauso wie Kunst, die gute Unterhaltung bietet und vielleicht ein gutes Gefühl hinterlässt.
Besonders wertvoll ist es, wenn sich Menschen währenddessen oder im Nachhinein miteinander darüber austauschen. Dass Menschen zusammengebracht werden, darauf kommt es an – das kann Literatur wie auch andere Künste.
Wie trägst du zum kulturellen Leben vor Ort bei? Erzähle uns von deiner Arbeit und Tätigkeit.
Da sind zwei wichtige Pfeiler:
Einmal die Bibliothek als physischer Ort in der Stadt, zum Leihen verschiedener Medien, als Dritter Ort zum Aufenthalt und Austausch, als Treffpunkt und auch als Infopoint zu Veranstaltungen in der Region. Und der andere Pfeiler ist die Bibliothek als Veranstalterin, als kulturelle Institution der Stadt, die unterschiedlichste Formate für verschiedene Zielgruppen und gleichzeitig für ein sehr heterogenes Publikum anbietet.Bisher veranstaltete ich vor allem Formate rund um das gesprochene Wort: Lesungen, Poetry Slams, Erzählcafés, Vorlesestunden, Vorlesehund u.v.m. Aber schon auch mal andere Events wie Kino, Workshops und Spieleabende, die mittlerweile ehrenamtlich in den Räumen der Bibliothek organisiert werden.
Ich bin offen für neue Formate und freue mich darauf, sie ggf. in Verbindung mit einer weiteren kooperierenden Einrichtung auszuprobieren. Dem Publikum immer wieder mal etwas Neues zuzumuten, am besten an wechselnden, wenn möglich neuen Orten, das nehme ich mir vor.
Wie stellst du dir eine miteinander vernetzte Kultur in Saale-Orla vor?
Für eine vernetzte Kultur in der Saale-Orla-Region braucht es für mich konkret den Austausch der Kulturakteur:innen untereinander, den Austausch zwischen inhaltlich ähnlichen Einrichtungen sowie den Austausch unter den Konsument:innen, aber auch Unterstützung in Form von gegenseitiger Werbung oder sogar organisierten Shuttles zu bestimmten Veranstaltungen.
Eine vernetzte Kultur kann voneinander lernen und vielleicht auch im besten Sinne voneinander kopieren und die Ressourcen bündeln, damit das Engagement auch in allen Ecken der Region und darüber hinaus wahrgenommen wird.

