Mit Lesungen, Theater, Musik und kreativen Angeboten wird die Stadtbibliothek in Neustadt an der Orla zu einem offenen, lebendigen Treffpunkt für alle Generationen – möglichst ohne Eintrittskosten, um die Beteiligung aller zu gewährleisten. Wir haben die treibenden Kräfte, Caroline Hentschel und Louise Klein, besucht.
Was für eine Facette von Kunst und Kultur liegt euch besonders am Herzen?
Uns liegt vor allem der Aspekt des Wissens und der Wissensvermittlung am Herzen. Jede Autorenlesung bringt ein Stück Kunst in unser Haus. Ebenso eröffnen kleine Theaterstücke, Erzählabende oder musikalische Darbietungen neue Perspektiven und machen die Vielfalt kultureller Ausdrucksformen unmittelbar erlebbar. So wird unsere Bibliothek zu einem lebendigen Ort, an dem Wissen, Kunst und Kultur zusammenfließen und nachhaltig weitergegeben werden.
Wie tragt ihr zum kulturellen Leben vor Ort bei? Erzählt uns von eurer Arbeit und Tätigkeit.
Als öffentliche Einrichtung ohne wirtschaftlichen Druck können wir vielfältige und offene Angebote für Menschen jeden Alters schaffen. Oftmals sind Kulturangebote mit Eintrittskosten verbunden, was sozial schwächere Personen von der Teilnahme ausschließen kann. In unserer Bibliothek versuchen wir deshalb, weitestgehend auf Eintrittsgelder zu verzichten, um allen den Zugang zu Kunst und Kultur zu ermöglichen.
Mit unseren Angeboten versuchen wir ein breites Spektrum abzudecken. Wir bieten klassische Lesungen an, aber ebenso Thementage im Rahmen unserer Open Library an einem Samstag im Monat, eine wöchentliche Kreativwerkstatt zum Erproben von Technik oder auch Ferienworkshops. Unsere Bibliothek ist zugleich Treffpunkt: ein Raum der Begegnung, in dem Austausch und Inspiration wachsen. Kultur bedeutet für uns weit mehr als der reine Verleih von Medien. Deshalb arbeiten wir gern mit lokalen Autoren und Autorinnen, Vereinen oder Schulen zusammen und greifen aktuelle Themen auf, um Kultur zeitgemäß erlebbar zu machen.

Falls ihr beim Themenjahr „WasserKunst“ dabei seid: Warum und mit welcher Kunst- und Kulturaktion seid ihr dabei?
Wir beteiligen uns am Themenjahr „WasserKunst“, weil wir gemeinsam mit anderen Kulturakteuren ein vielfältiges Programm für den Saale-Orla-Kreis gestalten möchten. Unser Beitrag spiegelt dies wider: Kinder können spielend Facetten des Wassers entdecken und so die Bedeutung und den Nutzen erforschen. Abends führen wir einen Quizabend rund um das Thema Wasser in Kunst, Kultur, Natur und Alltag durch, um Neugier, Austausch und Begeisterung zu wecken.
Wie stellt ihr euch eine miteinander vernetzte Kultur in Saale-Orla vor, in der man gemeinsam gestaltet?
Wir wünschen uns eine Kultur, die durch Austausch und Zusammenarbeit wächst. Eine stärkere Vernetzung bedeutet für uns, dass Akteure aus Vereinen, Schulen und Einrichtungen ihre Ideen und Ressourcen teilen. Gemeinsame Veranstaltungen und gegenseitige Unterstützung können dafür sorgen, dass Kultur im ganzen Kreis sichtbarer und erlebbarer wird. Wichtig ist uns, Kulturorte nicht als Konkurrenten, sondern als Partner zu sehen. So entsteht ein Netzwerk, das Vielfalt fördert, Synergien nutzt und Kultur zu einem verbindenden Element im Alltag der Menschen macht.
