Stadtbibliothek Bad Lobenstein

Was für eine Facette von Kunst und Kultur liegt dir besonders am Herzen?

Bücher sind mir persönlich ein großes Herzensanliegen. Doch das Schönste an Bibliotheken ist für mich, dass man in ihnen – und auch beim Arbeiten in ihnen – unendlich kreativ sein kann. Alles ist möglich: Sie sind längst mehr als Aufbewahrungsorte für Bücher, sie sind Erholungsorte, Lernorte, Wohlfühlorte und ganz oft auch Veranstaltungsorte. Sie werden heute oft als sogenannte „dritte Orte“ bezeichnet – nach dem Zuhause und dem Arbeitsplatz sind sie vielerorts der Raum, an dem Menschen sich gerne aufhalten. In Bibliotheken kann man ohne Konsumzwang Zeit verbringen, sich entspannen, lernen oder sich inspirieren lassen
– ganz nach individuellem Bedürfnis.

Gemeinsam mit dem Förder- und Freizeitverein Stadtbibliothek Bad Lobenstein möchte ich dazu beitragen, diese Vielfalt weiter zu stärken und die Stadtbibliothek als lebendigen, kreativen und offenen Ort für alle erlebbar zu machen.

Wie trägst du mit deinem Verein zum kulturellen Leben vor Ort bei? Erzähle uns von eurer Arbeit und Tätigkeit.

Unser Verein als auch ich als Leiterin der Bibliothek tragen zum kulturellen
Leben vor Ort bei, indem wir die Stadtbibliothek Bad Lobenstein als offenen,
lebendigen und kreativen Ort gestalten. Bücher sind das Fundament unserer
Arbeit. Faszinierend ist für mich aber nicht nur die Vielfalt der Bücher, sondern auch
die Vielfalt der Nutzerinnen und Nutzer. Der abwechslungsreiche Kontakt mit ihnen
macht besonders viel Freude. Gleichzeitig ist es eine spannende Herausforderung, diese Vielzahl an Interessen zu vereinen und für jede und jeden ein passendes
Angebot zu schaffen. Gern gebe ich meine Liebe zu Büchern weiter – sei es durch
persönliche Empfehlungen, durch die Gestaltung ansprechender Angebote oder
indem ich Räume schaffe, in denen Lesefreude spürbar wird.

Andrea Schöps, Stadtbibliothek Bad Lobenstein, 29. September 2025. Foto: Steffen Walther 2

Falls ihr beim Themenjahr „WasserKunst“ dabei seid: Warum und mit welcher Kunst- und Kulturaktion seid ihr dabei?

Wir beteiligen uns mit einer Lesung von Kati Naumann. Sie wird ihr erfolgreiches Buch
„Fernwehland“ inklusive musikalischer Begleitung vorstellen. Mit ihrem Roman verbindet Kati Naumann auf eindrucksvolle Weise Geschichte, Gegenwart und die Sehnsucht nach der Ferne. Im Zentrum steht das Kreuzfahrtschiff „Astoria“, das viele
unter seinem früheren Namen „Völkerfreundschaft“ kennen. Es wird zum Symbol für
Aufbruch, für Reisen über das Meer, für Begegnungen mit anderen Kulturen – und zugleich für die Erinnerungen und Geschichten der Menschen, die damit verbunden sind.

Damit knüpft der Roman unmittelbar an das Leitmotiv von „WasserKunst 2026“ an: Wasser als verbindendes Element, das Grenzen überschreitet, Wege eröffnet und Horizonte erweitert. Fernwehland zeigt, wie Wasser Reisen ermöglicht, wie es Menschen prägt und wie es immer auch ein Stück Sehnsucht in sich trägt. Eine Lesung aus diesem Buch soll das Publikum auf eine literarische Reise mitnehmen – sie soll das Fernweh nach großen Welten stillen, eine kleine Insel im Alltag schaffen, neue Horizonte eröffnen und zugleich Einblicke in die Vergangenheit gewähren. Genau diese Verbindung von Kultur, Erinnerung und der Faszination des Wassers macht Kati Naumann und ihr Werk zu einer idealen Bereicherung für das Projekt „WasserKunst 2026“ in der Saale-Orla-Region.

Wie stellst du dir eine miteinander vernetzte Kultur in Saale-Orla vor, in der man gemeinsam gestaltet?

Eine vernetzte Kultur heißt für mich:
Gemeinsame Plattformen schaffen, die Angebote und Termine bündeln, Kooperationen fördern, die kleine Orte ebenso einbeziehen wie zentrale Einrichtungen, vielfältige Zielgruppen erreichen – von Kindern bis Senior*innen, von Einheimischen bis Gästen und kulturelle Räume öffnen, in denen Begegnung, Austausch und Kreativität möglich werden. So kann Kultur in der Saale-Orla-Region nicht nur nebeneinander stattfinden, sondern miteinander wachsen – zu einem offenen, inspirierenden Netzwerk, das die Region bereichert und ihre Besonderheiten nach außen sichtbar macht.

Andrea Schöps, Stadtbibliothek Bad Lobenstein, 29. September 2025. Foto: Steffen Walther 1

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