Mit dem Marionetten- und Papiertheatermuseum haben Penny und Ludwig Peil einen besonderen Ort geschaffen, an dem die Kunst des Marionetten- und Papiertheaters bewahrt und lebendig gehalten wird. Durch Aufführungen, Workshops, Ausstellungen und das Thüringer Figurentheater-Fest bereichern sie seit vielen Jahren das kulturelle Leben der Region. Wir haben sie in ihrem Reich besucht.

Was für eine Facette von Kunst und Kultur liegt euch besonders am Herzen?
Vorweg zu uns: Wir sind Leanthe (Penny) und Ludwig Peil, pensionierte Lehrer aus Frankfurt am Main und wohnhaft in Mainz.
Wir haben im Jahr 2012 das Marionetten- und Papiertheatermuseum in Schmiedebach 82, Lehesten, eröffnet.Für unsere große Sammlung an Marionetten- und Papiertheatern wurde unser Haus in Mainz irgendwann zu klein. Deshalb haben wir nach einem neuen Zuhause gesucht und hier in Thüringen gefunden. Die „alte Schule“ in Schmiedebach ist groß genug, um unsere Exponate, insbesondere die eher unbekannten Papiertheater, auch anderen Menschen aus aller Welt zugänglich zu machen.
Wir möchten die in vielen Ländern verbreitete Kultur des Theaterspielens auf kleinen Bühnen lebendig erhalten, und zwar sowohl das sicherlich allgemein bekannte Marionettentheater als auch das vielleicht weniger bekannte Papiertheater, das übrigens seit 2021 zum „Immateriellen Kulturerbe“ gehört.
Bei einem Papiertheater gestaltet sich der Bühnenaufbau genauso wie bei einem Marionettentheater: Das Bühnenbild wird durch Seitenkulissen, Soffitten und Versatzstücke ergänzt, jedoch sind die Figuren aus Papier.
Diese traditionelle Kunstform, die im 19. Jahrhundert entstand und zunächst dazu diente, beliebte Opern und Schauspiele als sogenannte Zimmertheater zuhause nachzuspielen, gewann schnell große Popularität auch als für Kinder gedachte Möglichkeit, sich mit Kunst und Kultur im häuslichen Rahmen zu beschäftigen. Dieser kreative Aspekt und nicht zuletzt die nostalgische Wirkung sind auch heute noch von großem Wert.
Wie tragt ihr zum kulturellen Leben vor Ort bei? Erzählt uns von eurer Arbeit und Tätigkeit.
Zum kulturellen Leben vor Ort tragen wir in vielerlei Hinsicht bei. Unser Ziel hieß von Anfang an: Das Museum sollte lebendig sein und vielfältig genutzt werden.
Seit 2012 finden in unserm Haus regelmäßige Papiertheateraufführungen, Workshops und auch Fachtagungen statt. Seit August 2016 veranstalten wir das Thüringer Figurentheater-Fest. Dieses Festival, an dem ca. 13 Bühnen aus dem In- und Ausland teilnehmen, findet alljährlich im Juli/August statt. Veranstaltungsort für das 3-tägige Theaterfest (ca. 40 Aufführungen) ist das Hotel „Seminar- und Tageszentrum Schieferpark“ in Lehesten.
Außerdem haben wir in den vergangenen Jahren bereits fünf Ausstellungen in Museen im näheren Umkreis gestaltet, so auch dieses Jahr ab Ende Mai im Heimatmuseum Harra.
Wie stellt ihr euch eine miteinander vernetzte Kultur in Saale-Orla vor?
Eine vernetzte Kultur in der Saale-Orla-Region stellen wir uns als ein gegenseitiges Kennenlernen und Miteinander vor. Wir wünschen uns, dass viele Menschen neugierig werden auf die filigrane Kunst des Papiertheaters und dass die gegenseitige Unterstützung durch das Weitergeben von Kontakten, also sozusagen „Werbung füreinander machen“ Teil davon sein wird.

