Auf Burg Ranis schafft der Lese-Zeichen e.V. Räume, in denen Sprache, Geschichten und unterschiedliche Kunstformen aufeinandertreffen. Mit Festivals, Workshops, Veranstaltungen und digitalen Formaten bringt der Verein Literatur in vielfältigen Formen zu einem breiten Publikum. Der Geschäftsführer Ralf Schönfelder und die Projektmanagerin Romina Nikolić haben uns herzlich empfangen.
Was für eine Facette von Kunst und Kultur liegt eurem Verein besonders am Herzen?
Wir engagieren uns für Literatur: Weil Sprache ein vielgestaltiges Spiel ist, in dem wir reflektieren und träumen können, durch das wir miteinander in Austausch treten und uns manchmal sogar einer Wahrheit nähern.
In unseren Projekten finden viele Formen von Literatur und Kunst Platz: Bücher und Bilder, Musik und Videos, Podcasts und Poetry Slams, Romane und Lyrik, Unterhaltung und Sprachkunst, Bestseller und Geheimtipps, Neuerscheinungen und zeitlose Klassiker.
Wie tragt ihr zum kulturellen Leben vor Ort bei? Erzählt uns von eurer Arbeit und Tätigkeit.
Jeden Sommer finden auf Burg Ranis die Thüringer Literaturtage statt, eines der großen Kulturevents der Region. Das Festival bringt wichtige Autorinnen und Autoren nach Thüringen, darunter Judith Hermann, Clemens Meyer, Marica Bodrožić oder Jaroslav Rudiš. Außerdem finden ein Poetry Slam, ein literarischer Gottesdienst, Ausstellungen und Konzerte statt.
Unsere Sommerwerkstatt WEITSicht bietet jungen Menschen die Gelegenheit, ihre Kreativität zu schulen – im Literarischen Schreiben, im Animationsfilm und in Fotografie.
Beim Märchen- und Sagenfest der Burgfreunde Ranis, das jedes Jahr am Tag des offenen Denkmals stattfindet, erwartet Familien ein buntes Programm mit Gauklern, Ritterspielen und Erzählern.
Aber auch in Krölpa, Triptis, Pößneck, Knau und vielen weiteren Orten im Saale-Orla-Kreis beteiligen wir uns mit Veranstaltungen am kulturellen Angebot. Schließlich produzieren wir Erklärvideos über Klassiker der Weltliteratur für unseren YouTube-Kanal (@literaturburg) und unseren Podcast Blaubart und Ginster, in dem ein weites Spektrum von Büchern besprochen wird, von Kultbüchern wie Der Meister und Margarita bis zu kaum bekannten – aber unbedingt lesenswerten – Autorinnen wie Adelheit Duvanel.

Falls ihr beim Themenjahr „WasserKunst“ dabei seid: Warum und mit welcher Kunst- und Kulturaktion seid ihr dabei?
Wasser ist nicht nur ein wiederkehrendes Thema in Literatur und Kunst, unser Umgang mit der lebenswichtigen Ressource Wasser stellt die Gesellschaft gerade vor große Herausforderungen. Wie gehen wir mit Wassermangel und Flutkatastrophen um? Wie verhalten wir uns angesichts der Bemühungen globaler Konzerne, die Trinkwasservorräte der Welt zu kontrollieren?
Auf Burg Ranis wird es im Herbst 2026 eine Reihe von Veranstaltungen dazu geben: Lesungen, Gespräche, Musik.
Wie stellst du dir eine miteinander vernetzte Kultur in Saale-Orla vor, in der man gemeinsam gestaltet?
Als Kommunikationsnetzwerk: mit Austausch über Ideen, Projekte, Künstlerinnen und Künstler. Als Fördernetzwerk: mit in der Region verankerter Kulturförderung.
