Zwischen Natur und Kultur, Tradition und Innovation entsteht im Garten Arnshaugk ein lebendiger Ort des Austauschs, an dem Permakultur, Gemeinschaft und kreative Ausdrucksformen miteinander verwoben werden. Wir haben die Betreiberin des Gartens, Kathrin Albert, besucht.
Was für eine Facette von Kunst und Kultur liegt euch besonders am Herzen?
Kunst – ob Bildende, Darstellende oder Angewandte – in all ihren Facetten, Ausprägungen, Stilrichtungen sollte die Menschen in erster Linie berühren, etwas in ihnen auslösen und somit auch zu neuen Erkenntnissen führen.
Dabei darf sie einerseits das Harmoniebedürfnis des Menschen befriedigen, aber andererseits – wenn das Ziel der Erkenntnis positiv gesetzt ist – auch durchaus irritieren und provozieren.
Vielleicht ist es die verbindende, einende und weltbilderweiternde Facette der Kunst, die uns besonders am Herzen liegt.
Wie tragt ihr zum kulturellen Leben vor Ort bei? Erzähle uns von eurer Arbeit und Tätigkeit.
Seit nunmehr fast 10 Jahren betreiben wir einen Permakultur-Garten auf dem historischen Grund der Burg Arnshaugk. Unser Wirken hier an diesem verwunschenen geschichtsträchtigen Ort steht zum einen unter dem Aspekt der Verbindung von Tradition & Innovation und zum anderen dem der unausweichlichen Symbiose von Kultur & Natur.
Auf den Menschen projiziert: Das Nähren von Laib & Seele.
Im Hinblick auf die Natur: Das behutsame Agieren des Menschen in ihr.
Die im Zeitalter der Moderne postulierte Dichotomie zwischen Kultur und Natur stellt sich als obsolet heraus. Natur und Kultur sollten als Einheit gedacht werden, in Netzwerken und Symbiosen.
Und somit sind wir bei meinem Lieblingsthema: Permakultur.
Permakultur lässt sich keinesfalls auf Gartenarbeit reduzieren, sondern ist als ganzheitliche Handlungsweise und Lebensphilosophie zu verstehen.Ziel dabei ist es, ein zwar nach außen offenes, aber in sich selbst funktionierendes, sich selbst tragendes System zu erschaffen, zu befördern bzw. zu belassen. Somit können symbiotische Strukturen und Netzwerke, Synergien entstehen.
SOKULTUR entwickelt sich gerade auf genau diese Art und Weise zu einem ebensolchen natürlich wachsenden organischen Netzwerk – wir wachsen gerne mit.
Warum und mit welcher Aktion seid ihr beim Themenjahr „WasserKunst“ dabei?
Seit 2017 öffnen wir mehrfach pro Saison die Pforten für verschiedenste kulturelle Veranstaltungen wie z.B. Konzerte, Theater, Kabarett, Lesungen oder auch Ausstellungen im kleinen, intimen Rahmen.
Der Auftakt unserer Veranstaltungen zum Thema Wasser wird ein Tagesseminar am 13. Juni 2026 sein: „Meine Wasser-Kur / Die 5-Säulenlehre des Sebastian Kneipp“.
Die Ausstellung „Welt im Tropfen“ von Prof. Dr. Kröpelin ist gewissermaßen ein kleines Highlight und ein verbindendes Element zu weiteren Aktionen wie einem Filzworkshop, dem Auftritt des TälerTheaters und einem Lesepicknick im Spätsommer.
Wie stellt ihr euch eine miteinander vernetzte Kultur in Saale-Orla vor?
Gesund und organisch wachsend, symbiotisch, synergetisch, reich & exotisch blühend – am Ende auch mit einer reichhaltigen Ernte für alle Akteure und Besucher im Sinne von neuen Erkenntnissen, verbindenden Erlebnissen und einem neu kalibrierten Blick auf Natur & Kultur, unsere regionalen Stärken und Besonderheiten; unsere wunderschöne Heimat.

