Das offene Bündnis setzt sich für eine demokratische, solidarische und respektvolle Gesellschaft ein. „Dorfliebe für alle!“ wurde im September 2023 gegründet und organisiert seitdem Bildungs- und Kulturveranstaltungen, Begegnungen und politische Debatten. Wir haben sie in Triptis angetroffen.

Was für eine Facette von Kunst und Kultur liegt euch besonders am Herzen?
Unserem Bündnis „Dorfliebe für alle“ ist jede Form von Kunst und Kultur wichtig, die demokratische Werte, Toleranz und Menschenrechte als gesellschaftliche Themen aufgreift. Dabei steht für uns weniger das Medium im Vordergrund, sondern dass der Inhalt verschiedene Menschen im Saale-Orla-Kreis zusammenbringt und zu Diskussionen anregt. Das gemeinsame Betrachten von Fotos oder Malereien aus der Heimat, das Schauen eines Films oder das Lauschen einer Lesung oder eines Konzerts kann gemeinsame Erfahrungen, Emotionen, Erinnerungen oder Zukunftswünsche wecken, die uns verbinden und zu Gesprächen anregen. Dabei hat Kunst und Kultur das Potential, Konflikte, aber auch neue Weltblicke und Perspektiven auszudrücken, und ist deshalb so wertvoll für unser Zusammenleben.
Wie tragt ihr zum kulturellen Leben vor Ort bei? Erzählt uns von eurer Arbeit und Tätigkeit.
Wir organisieren Lesungen, Filmabende, Workshops, Feste und Begegnungen im ganzen Landkreis, um Kultur sichtbarer zu machen und Austauschräume zu schaffen. Dabei gibt es keine regelmäßigen, festen Formate, sondern unsere Gruppe „Dorfliebe für alle“ kommt regelmäßig zusammen und wird auf Grundlage aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen und neuer Ideen für Begegnung und Solidarität aktiv. Die Veranstaltungen entstehen dann in Zusammenarbeit mit vielen verschiedenen Kulturschaffenden, wie Autoren, Musikerinnen, Malern oder Fotografinnen.
2025 haben wir zum Beispiel mit unserer Kulturreihe „Themen, Töne, Menschen“ Bewohnende und Kulturschaffende aus dem Saale-Orla-Kreis, lokale Geschichte und Fragen des Zusammenlebens zusammengebracht und Abendveranstaltungen in Orten wie Arnshaugk, Plothen und Neustadt an der Orla organisiert.
Wie stellt ihr euch eine miteinander vernetzte Kultur in Saale-Orla vor, in der man gemeinsam gestaltet?
Kulturvernetzung lebt von Begegnung, Sichtbarkeit und gegenseitiger Unterstützung. Es braucht Räume, ganz konkrete Orte, an denen dieser Austausch stattfinden kann und in denen Kultur breit gedacht wird. Wir wollen, dass Menschen die bei uns vor Ort Kultur schaffen – egal ob durch Malerei und Musik, Engagement im Faschingsverein oder das Weitergeben ländlicher Traditionen – wissen, wo sie Gleichgesinnte treffen und gemeinsame Pläne schmieden können.
