Das Wirken der Königin der Texte und Rennsteigkönigin, Charlene Wolff aus Blankenberg, reicht von eigenen künstlerischen Projekten bis hin zur aktiven Vernetzung von Menschen und Initiativen vor Ort. Dabei steht für sie besonders das Miteinander und die Förderung vielfältiger kultureller Ausdrucksformen im Mittelpunkt. Wir haben sie in ihrem Reich besucht.
Was für eine Facette von Kunst und Kultur liegt dir besonders am Herzen?
Mir liegt besonders die Kreativität am Herzen, und zwar nicht nur meine eigene, sondern die eines Jeden. Schon in Hamburg, wo ich bis 2020 gelebt habe, war ich auf einer offenen Bühne aktiv, die ich auch 4 Jahre lang geleitet habe.
Im März 2026 eröffnete ich eine Kunstausstellung von Viola Malky in meinen Räumen.
Selber aktiv bin ich beim Schreiben. Ich fotografiere viel und mache Videos. Oft kombiniere ich das, schreibe Dialoge, verfilme diese, teils auch als Animationen und habe 2025 darüber hinaus zwei Bücher veröffentlicht sowie mich an Anthologien beteiligt, die im Handel erhältlich sind.
Obwohl in Hamburg unüblich, mag ich den Fasching und bin Mitglied im Blankenberger Carnevals Club, wo ich auch schon eigene Beiträge auf die Bühne gebracht habe.
Ich sehe mich als Brückenbauerin, habe West und Ost zusammengebracht wie wohl keine andere Ehrenhoheit, Kontakt zu meinem Vorbild, der englischen Königin Queen Elisabeth II. aufgebaut und bringe Menschen miteinander in Verbindung, z. B. durch die umschichtig stattfindenden Kaffeenachmittage, die ich ins Leben gerufen oder den Heimat- und Kulturverein Blankenberg, den ich mitbegründet habe, und bei dem es mir besonders auf die kulturelle Komponente ankommt.
Ich mag Musik, und so unterstütze ich auch den Lutzi bei seinen Auftritten, wann
immer es geht.

Wie trägst du zum kulturellen Leben vor Ort bei? Erzähle uns von deiner Arbeit und Tätigkeit.
Zum einen bringe ich Leute miteinander in Verbindung. Gerade baue ich Verbindungen zu Menschen in anderen Ortsteilen auf. Durch die Zeitung „Rosenthal Aktuell“, die ich jeden Monat produziere, begeistere ich die Leute, und fülle eine Lücke, die von den großen Zeitungen nicht mehr bedient werden kann.
Kulturveranstaltungen leben davon, dass sie angenommen werden. Ich finde es wichtig, dass man hingeht und auch mal den einen oder anderen Euro ausgibt, denn sonst wird es solche Events irgendwann nicht mehr geben.
An den Heimatjahrbüchern des Saale-Orla-Kreises habe ich mich auch jedes Jahr beteiligt, seit ich in Blankenberg lebe.
Ein weiteres Projekt, das mir vorschwebt und auf großes Interesse gestoßen ist, soll ein Spielfilm werden, in dem jeder mitspielen kann, der es möchte und in dem möglichst viele interessante Ecken aus unserer Gemeinde auftauchen sollen. Einen Handlungsrahmen habe ich geschaffen, und auch so kommen wieder viele unterschiedliche Leute zusammen, die sicher ihren Spaß haben werden.
Lokale Laientheater erfreuen sich großer Beliebtheit. In Eliasbrunn mache ich wieder mit. Beim Theaterspiel mitzumachen fällt vielen schon aus Zeitgründen, aber auch deshalb schwer, weil man sich die Texte nicht merken kann. Einen Film kann man drehen, wann immer man Zeit hat, und klappt es mit dem Text nicht, dann wiederholt man die Szene eben, bis sie im Kasten ist. Auf dem Selbitzplatz in Blankenstein steht eine große Videowand, auf der man eines Tages das Ergebnis zeigen könnte.Des Weiteren besuche ich die regelmäßigen Treffen der Volkssolidarität, AGATHE oder auch in anderen Ortsteilen, wo immer ich erwünscht bin und es sich zeitlich einrichten lässt.
Im Heimat- und Kulturverein wie auch im Rennsteigverein bin ich als Schriftführerin aktiv.
Als Ehrenhoheit bin ich bundesweit und natürlich auch lokal präsent. So habe ich für unsere schöne Region u. a. auch auf der Grünen Woche in Berlin Werbung gemacht. In dieses Ehrenamt investiere ich viel Zeit und Energie.
Warum und mit welcher Kunst- und Kulturaktion bist du beim Themenjahr WasserKunst dabei?
Die Kultur liegt mir am Herzen. Corona und die Krisen in der Welt haben schweren Schaden angerichtet. Seit dem Auftaktmeeting von LEADER Kulturvernetzung 2022 bin ich dabei, und ich finde es wichtig, gerade unsere Gemeinde in der Wahrnehmung nach außen voranzubringen. So habe ich mich bemüht, dass das Themenjahr WasserKunst auch bei uns „bespielt“ wird. Durch unsere Gemeinde fließen gleich 3 nennenswerte Flüsse, es gibt zahlreiche Vereine, die sich hätten
einbringen können, und dann kam ich auf die Idee, in meinen neuen Räumen in der alten Sparkasse Blankenberg eine Bilderausstellung für Viola Malky auszurichten. Viola ist eine talentierte Malerin aus unserem Ort und auch aktiv in unserem Heimat- und Kulturverein. Ihre Bilder, die Kunst und Wasser vereinen, bringen den Titel des Themenjahres genau auf den Punkt.
Wie stellst du dir eine miteinander vernetzte Kultur in Saale-Orla vor?
Weniger Gegeneinander, mehr Miteinander. Oft stehlen sich Veranstaltungen gegenseitig die Besucher, weil sie ausgerechnet gleichzeitig stattfinden. Stimmt man sich ab, haben alle etwas davon. Für viele Kulturakteure ist das eine Frage des Überlebens. Ein Künstler spielt nicht gerne vor leerem Haus, und selbst ein Weihnachtsmarkt lebt davon, dass viele Menschen zusammenkommen. Gelingt das nicht, weil man sich gegenseitig Konkurrenz macht, dann ist der Niedergang vorprogrammiert.
Man kann sich auch zusammentun und manches besser gemeinsam stemmen, wie z.B. das 130-jährige Jubiläum der Feldbahnstrecke 2025, wo wir als Heimat- und Kulturverein einen Part übernommen und zum Gelingen beigetragen haben.
Leider gibt es noch immer Leute, die mauern.
