annTON Atelier

Was für eine Facette von Kunst und Kultur liegt dir besonders am Herzen?

Traditionelles Keramik-Handwerk im Zeitgeist und unter designerischen Aspekten neu zu interpretieren ist mir ein zentrales Anliegen.

Grundlagen für gute Gestaltung sind für mich immer Professionalität und Innovation im Umsetzen von eigenen Produktlinien, Auftragsarbeiten und visionären Werkstücken.
Für mich ist auch ein künstlerischer Ansatz in der Keramik ein großer Motor, um Neues zu schaffen und Neues zu denken.

Das Material Ton ist seit fast 30 Jahren immer der Begleiter meines Berufslebens gewesen und wird es wohl bleiben. Mehrfach im Jahr werden meine Keramiken auf bundesweiten Fachmärkten und Galerien oder Messen gezeigt.

Vor Ort ist der Tag der offenen Töpferei eine gute Möglichkeit, mein Atelier und die Arbeitsweisen kennenzulernen, oder man kontaktiert mich direkt, um mehr über meine Produkte zu erfahren.

Wie trägst du zum kulturellen Leben vor Ort bei? Erzähle uns von deiner Arbeit und Tätigkeit.

Immer war es mir auch ein Anliegen diese Faszination, um das Material Ton an Menschen weiterzugeben, ob in Form von eigenen thematischen Workshops in meinem Atelier, Projekten für Weiterbildung oder auch an anderen Bildungseinrichtungen.

Seit 2015 ist ein reges Kurs-und Workshop-Publikum entstanden, welches sich eine Auszeit bei einem annTON-Kurs nimmt und damit die eigenen Fähigkeiten im Umgang mit Ton selbständig sowie mit meiner Hilfe Stück für Stück entwickeln konnte. Nicht nur Teilnehmer naheliegender Gemeinden haben zur kreativen Arbeit zu mir gefunden. Themenbezogene Wochenendworkshops werden auch gern wegen der Herausforderung durch anspruchsvolle Themen gebucht, auch von anreisenden Teilnehmern außerhalb unserer Region.

Warum und mit welcher Aktion bist du beim Themenjahr „WasserKunst“ dabei?

Mein ländliches Arbeiten und Leben in Alsmannsdorf hat meinen Blick auf die Schönheit der Natur, diese besondere Geografie des Saale-Orla-Tales und die spezielle Art der Kultur des Landlebens vertieft.

So gibt es einen alten „Fischbrunnen“ in unserem Dorf, den ich mit Kindern und Jugendlichen von Alsmannsdorf und Dreitzsch gemeinsam neu gestalten möchte.
Im Themenjahr „WasserKunst 2026“ werden wir über ein kleines Projekt diese Gestaltung entwickeln. Diese dient der Sponsorensuche und der Realisierung des gemeinsamen Projektes.

Dass die Kinder und Jugendlichen sich damit verwirklichen können und als Identifizierung zu ihrem Wohnraum begreifen, ist von mir sehr gewünscht.

Wie stellst du dir eine miteinander vernetzte Kultur in Saale-Orla vor?

Eine miteinander vernetzte Kultur im Saale-Orla-Kreis stelle ich mir als ein lebendiges, flexibles Zusammenspiel aus direktem Austausch und moderner, nahbarer Kommunikation vor. Das Fundament bildet eine Art „IdeenQuell“ – ein vierteljährliches, zwangloses Treffen mit festen Terminen, bei dem sich Kulturschaffende gegenseitig unterstützen und neue Impulse setzen können.

Damit diese Kultur auch jede und jeden in der Region erreicht, wünsche ich mir einen klugen Mix aus digitalen und analogen Kanälen: Eine zentrale Website bündelt alle Termine, während Flyer direkt in die Haushalte verteilt werden und ein quartalsweise erscheinendes Kulturfaltblatt flexibel genug ist, um auch spontane, kurzfristige Aktionen anzukündigen.

Außerdem wünsche ich mir eine Präsentationsveranstaltung als Höhepunkt und Abschluss des Jahresthemas, die mit der Bekanntgabe des neuen Themas verknüpft wird.

Das Jahresthema könnte auch über zwei Jahre laufen. Das hat mehr Kraft und Möglichkeiten und man hetzt nicht zum nächsten Thema. Damit sind auch umfassendere Projekte möglich.

Annekatrin Räthe-Schönert, annTON Atelier, Dreitzsch OT Alsmannsdorf, 12. November 2025. Foto: Steffen Walther 2
Annekatrin Räthe-Schönert, annTON Atelier, Dreitzsch OT Alsmannsdorf, 12. November 2025. Foto: Steffen Walther 1

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